» Die Modellgeschichte des 914 1969 bis 1976



Am sogenannten "Volksporsche" scheiden sich die Geister: Für die einen ist er eine Fehlentwicklung, für die anderen immer noch das Sportwagenkonzept der Zukunft. Eine ungewöhnliche Konstruktion allerdings, die sich nur aus den besonderen Bedingungen ihrer Zeit erklären läßt, ist der VW-Porsche 914 allemal.


Als im Sommer 1969 der VW-Porsche auf der Bildfläche erschien, hatte sich die Situation auf dem Markt der erschwinglichen Mittelklasse-Sportwagen dramatisch verändert. Der 914 gehörte damals zu den meistdiskutierten Neuheiten des Jahres 1969. Allein schon die Bezeichnung VW-Porsche mußte für Fourore sorgen. Obwohl beide Namen einen hervorragenden Klang hatten und es vielerlei Verbindungslinien zwischen beiden Fabrikaten gab, zeigten sich ihre Produkte doch von recht unterschiedlichem Charakter: hier preiswerte Großserienautos, da Hochleistungssportwagen höherer Preisregion.


Was, so fragten sich Sportwagenfreunde, mußte dabei herauskommen, wenn diese zwei Firmen sich zusammentaten und gemeinsam einen Sportwagen entwickelten, noch dazu einen besonderen, einen Volkssportwagen nämlich ?


Um es vorweg zu sagen: Ein wirklich ungewöhnliches Auto kam dabei heraus, das aber, und hierin liegt die Tragik dieser Konstruktion, seinen Erbauern nur wenig Freude machte obwohl es ein beachtlicher Verkaufserfolg wurde und in einigen Punkten hervorragende Kritiken erhielt. Dabei war der Grundgedanke, der zu dieser neuen Partnerschaft von VW und Porsche führte, gut und richtig: Nur wenn man in großen Stückzahlen kalkulierte, konnte man einen hochwertigen Sportwagen kostengünstig auf den Markt bringen. Und da Porsche bereits an einer volkstümlicheren Schöpfung arbeitet (dabei aber Kapazitätsprobleme bekommen hätte), kaufte sich VW, wo man langsam an einen Nachfolger des Karmann Ghia dachte, kurzerhand in dieses Projekt ein. Künftig entwarf man also gemeinsam. So entsprach die Vorderachse des 914 mit ihren Querlenkern und Torsionsstabfedern bester Porsche Tradition, während die Hinterachse konzeptionell an die des VW 411 erinnerte.


Bei vielen Details, wie etwa der Motorbestückung, war das nicht anders. Volksporsche Kunden hatten zwischen dem 1,7-Liter Vierzylinder des VW 411 E (also mit Benzineinspritzung) oder dem Sechszylinder-Boxer des Porsche 911 T die Wahl. Dazu gab es hochkarätige Technik: Fünfgang Getriebe und Vierrad-Scheibenbremsen, beim Sechszylinder vorne sogar belüftet.


Herausragendes Merkmal des 914 war natürlich seine Raumordnung: Im Bemühen um ein möglichst neutrales Fahrverhalten bedingt durch optimale Gewichtsverteilung werkelte sein Triebwerk vor der Hinterachse. Das kam 1969 beinahe einer Sensation gleich: Von einigen Rennsportwagen abgesehen, folgten nur exotische Kleinsthersteller wie Lamborghini mit Miura oder Matra mit dem Djet der Mittelmotor-Bauweise. Selbst die Zwölfzylinder-Ferrari setzten noch auf Frontmotor !


Aus gutem Grund, denn den konzeptionellen Vorteilen des Mittelmotors standen handfeste Nachteile gegenüber: Die Beschränkung auf zwei Sitzplätze (wollte man den Radstand nicht verlängern und damit das Auto unhandlich machen), der knappe Gepäckraum, die schlechte Zugänglichkeit des Triebwerks, wodurch Wartung wie Reparatur erschwert und verteuert wurden. Mochten alle diese Punkte bei einem Sportwagen der obersten Kategorie keine Rolle spielen wer einen Miura oder Dino fuhr, hatte in der Regel noch ein anderes Auto in der Garage ! , so stellten sie bei einem preisgünstigen Sportwagen ernste Probleme dar.


Wer den 914 näher inspizierte, mußte verblüfft feststellen, daß viele dieser konstruktionsbedingten Probleme erstaunlich gut gelöst waren. Der querliegende Motor etwa bot, obwohl nur über eine schmale Klappe zu erreichen, verhältnismäßig bequemen Zugang zu Ölmeßstab, Zündkerzen oder Verteiler wenn auch tiefergehende Eingriffe Geschick und Können sowie Spezialwerkzeug erforderten.


Raxisgerecht auch der Innenraum. Daß im Rücken der Passagiere abrupt Schluß war, ließ sich wegen des Mittelmotors nicht ändern: Dafür fiel die Innenbreite so üppig aus, daß zwischen den Sitzen in Notfällen für einen dritten Fahrgast bereitstand. Sogar eine Polsterung für diese Behelfsunterkunft offerierte der Zubehörkatalog. Und damit die 914 Besatzung auch großes Urlaubsgepäck unterbringen konnte, standen gleich zwei Kofferräume bereits, der hintere allerdings von nur bescheidenen Ausmaßen. Die im Bedarfsfall weiter eingeschränkt wurden, denn in diesem Abteil fand das herausnehmbare Kunststoffdach seinen Platz.


Neben der Anordnung des Triebwerks war das die zweite große Überraschung des 914: Der VW Porsche ging den Mittelweg zwischen Coupe und Cabrio und präsentierte sich als sogenannter Targa mit Überrollbügel. Dieses von Porsche einige Jahre vorher gezeigte Konstruktionsprinzip mochte die Cabrio Idee verwässern für mehr Stabilität und Verwindungssteife sorgte es allemal. Das bedeutete gerade bei offenen Autos mit selbsttragender Karosserie einen entscheidenen Vorteil und tatsächlich blieb der Aufbau des 914 unter allen Fahrbdingungen erstaunlich ruhig und klapperfrei.


Der Mittelmotor, der Targabügel, die Möglichkeit, das Dach im Kofferraum zu verstauen all das hatte Einfluß auf die äußere Form des Autos: Funktionalität wurde (und wird) bei VW gleichermaßen wie bei Porsche groß geschrieben.


Kein Wunder also, daß die Optik des Gemeinschaftsproduktes ebenso ungewöhnlich ausfiel wie die Technik: praktisch, quadratisch, gut für die einen, glattflächig und nichtssagend für die anderen. Für welche Richtung man sich selbst entschied, war natürlich Geschmackssache; fest steht dagegen, daß die Stylisten ein sehr nüchternes Kleid geschaffen hatten, dem bei aller Zweckmäßigkeit vielleicht ein wenig Atmosphäre fehlte.


Trotz des unterschiedlich aufgenommenen Blechkleids war das enorme Interesse erklärlich, das dieser "Zentralheizer" bei seinem Debüt 1969 hervorrief. Der ungewöhnliche Zeitpunkt seiner Vorstellung die IAA in Frankfurt öffnete nur einen Monat später ihre Tore läßt sich übrigens damit erklären, daß man keine unnötige Zeit mehr verlieren wollte, da die Öffentlichkeit schon seit fast einem Jahr über Details des Neulings informiert war. Unter dem Titel "Volkssportwagen in Sicht" berichtete z.B. eine große Autozeitschrift über Dinge, die da kommen sollten und zeigte sich schon im Januar 1969 nicht nur über Mittelmotor und Targabügel unterrichtet, sondern sogar über den mittleren Notsitz, die Klappscheinwerfer und die Motorbestückung.


Auch der vermutliche Preis wurde genannt: Rund 12.000 DM für den Vier und 16.000 DM für den Sechszylinder.


Als der Volksporsche eine Bezeichnung, die man gar nicht gerne hörte; vor allem bat Pressechef Huschke von Hanstein, nicht vom "Vopo" zu sprechen oder zu schreiben ! schließlich in den Schaufenstern stand und von einem eigens gegründeten Vertriebsnetz an die Frau und an den Mann gebracht wurde, war mit dem Karosseriewerk Karmann ein dritter Partner hinzugekommen. Die Osnabrücker fertigten nicht nur die Karosserie, sondern montierten die Fahrzeuge auch bis auf den Sechszylinder, der in Zuffenhausen zusammengeschraubt wurde.


Jetzt standen die Preise endgültig fest: Der 914/4 genannte Vierzylinder mit dem 80 PS-Einspritzer schlug mit 11.995 DM zu Buche, allerdings legten die meisten Käufer nochmal knapp 600 DM für das sogenannte S-Paket mehr Chrom, ein mit schwarzem Vinyl bezogener Überrollbügel, ein Zweiklanghorn und eine mit Halogenscheinwerfern kombinierte Lichthupe drauf. Besonders volkstümlich war das zwar nicht eine Fiat 124 Spider mit 90 PS gab es für wesentlich weniger Geld, aber noch akzeptabel. Immerhin bot der 914 eine Menge.


Dafür mußte der Preis des Sechszylinders, der als 914/6 angeboten wurede, für manch hoffnungsvollen Sportwagenfreund ein Schock gewesen sein: Genau 19.000 DM waren zu berappen minimal weniger als für einen "richtigen" Porsche 911 T ! Mit Beginn der Serienfertigung erschienen die ersten, mit Spannung erwarteten Testberichte. Was konnte der 914 wirklich ?


Nun, er konnte eine ganze Menge und überzeugte durch hervorragende Verarbeitung, funktionelles und gut ausgestattetes Cockpit sowie durch herausragende Fahreigenschaften. Gerade dieser letzte Punkt fand bei den Testern auf der ganzen Welt Anerkennung: Das Handling, das neutrale Fahrverhalten, die sehr guten Bremsen boten keinen Anlaß zur Kritik, auch wenn das Auto unter bestimmten Bedingungen mit sehr plötzlichen Reaktionen überraschte, also einen guten Fahrer verlangte. Aber schnell konnte man damit sein, das stand fest.


Leider paßten dazu die Fahrleistungen nicht. Dabei waren es weniger die meßbaren Werte, die enttäuschten immerhin lief ein 80 PS 914 rund 170 km/h Spitze, was für die aerodynamischen Qualitäten seiner Karosserie Spricht, als vielmehr die Art und Weise, wie sie zustandekamen: Da fehlte der Reiz, da sprang kein Funke über und so mußte jedem, der losfuhr, sofort klar werden: Hier war ein biederes Motörchen im Einsatz, zuverlässig arbeitend und an sich nicht schlecht. Aber eben auch entsetzlich langweilig! Beim 914/6 stellten sich die Dinge natürlich völlig anders dar: Der heiser klingende Sechszylinder im Rücken des Fahrers brachte nicht nur sehr gute Leistungen und bot dem Könner Fahrspaß in Hülle und Fülle, er hatte auch jenen Biß, den der Vierzylinder vermissen ließ.


Dabei wollte sich Porsche mit dem 914/6 eigentlich nicht zufrieden geben und mit dem 916 das Potential, das die Konstruktion bot, noch gründlicher ausschöpfen. Aber das Geschoß, das angeblich auf dem Pariser Salon 1972 debütieren sollte, blieb in den Startlöchern hängen: Kräftig verbreitert und mit Spoilern bestückt, verfügte der 916 über ein verbessertes Fahrwerk, ein fest aufgeschweißtes Dach und über den 2,4-Luter 911-S Motor mit 190 PS; sogar an die 2,7 Liter-Ausführung mit 210 PS dachte man ! Aber leistungshungrige und gutbetuchte Interessenten hofften vergebens: Nur 11 Ex-emplare wurden werksseitig gebaut und unter der Hand verkauft. An treue Kunden, wie es später hieß...


Übrigens diente quasi als Vorlage für den 916 jener 914/6 im Renntrimm, der 1970 beim "Marathon de la Route", einem 86-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring, einen Dreifach-Erfolg hatten landen können - einen der wenigen spektakulären Sportsiege des VW-Porsche.


Es war sicher klug, den 916 nicht in Serie gehen zu lassen, hatte es die Sechszylinder-version mit ihren 110 PS Porsche Motor doch gerade auf 3332 Exemplare gebracht, als 1972 ihre Produktion auslief.


Noch exklusiver freilich präsentierte sich ein 914, der in nur zwei Exemplaren gebaut und vom Achtzylinder Motor des 908 Rennsportwagen angetrieben wurde. Die glücklichen Besitzer dieser 914/8 genannten Boliden hießen Ferdinand Piech und Ferdinand Porsche, wobei das Piech Auto nie für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen wurde. Anders als der Wagen von Dr.Porsche, den er als Geburtstagsgeschenk zu seinem 60. erhielt und der über eine auf 260 PS gedrosselte Maschine verfügte. Und heute im Porsche Werksmuseum zu besichtigen ist.


Da gab sich der 914-2.0 schon volkstümlicher, der 1972 den Sechszylinder sozusagen ersetzte und mit dem auf 1971 ccm vergrößertem VW-Triebwek immerhin 100 PS realisierte.


Jetzt war plötzlich ein Auto entstanden, das man guten Gewissens als "Volkssportwagen" bezeichnen konnte: Fast 200 km/h schnell, offerierte es nicht nur sehr gute Fahrleistungen, sondern auch jenes Feeling, das der weiterhin gebaute 1.7-Liter Vierzylin-der vermissen ließ. Auch optisch hatte das neue Modell gewonnen - dank so einfacher Retuschen wie geschwärzter Stoßfänger. Sein Preis: 13.750 DM. Dazu gab es ein Komfort-Paket für 650 DM und ein Sportpaket für 990 DM, das unter anderem ge-schmiedete Leichtmetallfelgen und vorne wie hintenb Stabilisatoren bot.


1973 schließlich mauserte sich die kleine Ausführung zum 914 1.8 mit 85 PS, oben drein verfeinerte man die Ausstattung beider Modelle. Dabei blieb es bis Ende 1975, als die 914 Fertigung eingestellt wurde. Insgesamt wurden 118.971 VW-Porsche aller Modelle gebaut, für einen Sportwagen sehr beachtlich !


Liegt wie Wahrheit also doch in der Mitte auch bei einem volkstümlichen Sportwagen ? Offenbar nicht: Der Porsche 924, den man wohl als 914 Nachfolger apostrphieren kann, folgte einer anderen Auslegung und auch für VW blieb der Mittelmotor-Bolide ein einmaliges Abenteuer.


Wenn auch ein sehr lehrreiches: Jener Entwicklungsauftrag EA266, der auf die Autos der Heckmotor Generation folgen sollte, war als Familienlimosine mit Mittelmotor konzipiert ! Daß man zugunsten des späteren Golfs die EA266 Idee 1971/72 endgültig verwarf, hing sicher mit den am VW-Porsche gemachten Erfahrungen zusammen.


Bleibt also abschließend festzustellen, daß zumindest VW und Porsche bei ihren Produkten künftig andere Wege als den der Mittelmotor Bauweise gingen und die mit dieser Auslegung verbundene Vorteile anders zu erreichen suchten.

Original Auto-Katalog Berichte

'auto-modelle'-Katalog 1969/70
Als völlig neues Modell brachte der VW-Porsche insofern keine Überraschung, weil Bilder und Berichte über ihn schon seit vielen Monaten im Umlauf sind. Zum zweiten bedeutet sein Preis eine gewisse Enttäuschung, denn die meisten hatten sich dieses Auto doch beträchtlich billiger vorgestellt. Zum dritten kann man dem Mittelmotor Konzept nicht vorbehaltlos Beifall spenden. Gewiss bringt der vor der Hinterachse angeordnete Motor fahrtechnische Vorteile, aber ebenso auch gravierende Nachteile von vielerlei Art.


Solange freilich sowohl VW als auch Porsche auf den Heckmotor festgelegt sind, ist ein Sportfahrzeug mit Mittelmotor immer noch die bessere Lösung, aber gerade dieser Umstand macht auch deutlich, daß der Motor nach Maßgabe des heutigen Standes der Technik eben doch am besten vorn im Wagen untergebracht ist. Bei speziellen Rennfahrzeugen liegen die Dinge anders, aber diend ja sowieso längst nicht mehr Wegbereiter für die Technik normaler Automobile. Im übrigen sieht der neue VW-Porsche äußerlich nicht schön, aber interessant aus, und schon sein Name verspricht ihm eine ziemlich sichere zukunft.


VW-Porsche 914 S VW-Porsche 914/6
4 Zyl. (Boxer), 1,7 Liter 80 PS
Heckmotor (vor Hinterachse) luftgekühlt
177 Km/h, 12,5 Liter/100 Km
Coupé 2 Sitze DM 12.555, 6 Zyl. (Boxer), 2 Liter 110 PS
Heckmotor (vor Hinterachse) luftgekühlt
201 Km/h, 13,5 Liter Super/100 Km
Coupé 2 Sitze DM 19.000,-


'auto-modelle'-Katalog 1970/71
Es sieht nicht so aus, als ob dem VW-Porsche 914 ein rauschender Erfolg zuteil würde. In der Ausführung mit dem Einspritzmotor des VW 411 will die etwas matte Leistung nicht recht zum Erscheinungsbild eines schnellen Sportwagens passen, und mit dem Sechszylindermotor kostet das Auto nur unwesentlich weniger als ein "richtiger" Porsche. Dazu kommen etliche Detailmängel sowie eine gewisse Skepsis gegenüber dem Mittelmotor-Konzept, mögen auch die fahrerischen Vorteile desselben außer Frage stehen.
 


VW-Porsche 914 S VW-Porsche 914/6
4 Zyl. (Boxer), 1,7 Liter 80 PS
Heckmotor (vor Hinterachse) luftgekühlt
180 Km/h, 12 Liter/100 Km
Coupé 2 Sitze DM 12.555, 6 Zyl. (Boxer), 2 Liter 110 PS
Heckmotor (vor Hinterachse) luftgekühlt
202 Km/h, 13,5 Liter Super/100 Km
Coupé 2 Sitze DM 19.980,-


'auto-modelle'-Katalog 1971/72
Trotz beachtlich gestiegender Produktionszahl bleibt der VW-Porsche 914 ein Automobil, dem die Fachwelt wohl überwiegend reserviert gegenübersteht. In der Ausführung mit dem Einspritzmotor des VW 411 will die ziemlich matte Leistung nicht recht zum Erscheinungsbild eines schnellen Sportwagens passen, und mit dem Sechszylindermotor kostet der Hobel 20.000 DM, also nur unwesentlich weniger als ein "richtiger" Porsche.


Dazu kommen etliche Detailmängel sowie eine gewisse Skepsis gegenüber dem Mittelmotor Konzept, mögen auch die fahrerischen Vorteile desselben außer Frage stehen. Überdies stößt die Form des VW Porsche 914 häufig auf Ablehnung. Deshalb bemühen sich die verschiedensten Karosserieleute um eine bessere Gestaltung dieses Modells, ohne das freilich bisher ein rundum überzeugender Vorschlag gezeigt worden wäre.


VW-Porsche 914 S VW-Porsche 914/6
4 Zyl. (Boxer), 1,7 Liter 80 PS
Heckmotor (vor Hinterachse) luftgekühlt
179 Km/h, 12 Liter/100 Km
Coupé 2 Sitze DM 12.995, 6 Zyl. (Boxer), 2 Liter 110 PS
Heckmotor (vor Hinterachse) luftgekühlt
202 Km/h, 13,5 Liter Super/100 Km
Coupé 2 Sitze DM 19.980,-

'auto-modelle'-Katalog 1972/73
Der seitherige VW-Porsche 914 mit 1,7 Liter 80 PS Einspritzmotor des VW 411 bzw. 412 bleibt ohne wesentliche Änderungen weiterhin im Programm. Aufgegeben wurde hingegen der 914 mit 110 PS Zweiliter Sechszylindermotor, der den Wagen viel zu teuer und damit nahezu unverkäuflich machte. An die Stelle dieses Modells tritt nun der 914 2,0 mit 100 PS Zweiliter Vierzylindermotor, der nahezu die gleiche Leistung bringt, wie der seitherige 914/6 aber um nur 400 DM teurer zu sein braucht, als das ja ohnehin schon nicht ganz billige Basismodell.


Zu den jeweiligen Grundpreisen beider Ausführungen werden die meisten Käufer gleich die Aufschläge sowohl für das Komfort als auch für das Sportpaket zuschlagen, denn diese erst machen den VW-Porsche zu einem einigermaßen kompletten Sportwagen.



VW-Porsche 914-1,7 VW-Porsche 914 2,0
4 Zyl. (Boxer), 1,7 Liter 80 PS
Heckmotor (vor Hinterachse) luftgekühlt
175 Km/h, 12 Liter/100 Km
Coupé 2 Sitze DM 15.000, 4 Zyl. (Boxer), 2 Liter 100 PS
Heckmotor (vor Hinterachse) luftgekühlt
190 Km/h, 13 Liter/100 Km
Coupé 2 Sitze DM 15.400,-

'auto-modelle'-Katalog 1974
Der VW-Porsche 914, seit Herbst 1969 auf dem Markt, wurde vom Publikum zunächst sehr zurückhaltend aufgenommen, brachte es aber inzwischen zum meistgekauften Sportwagen Deutschlands.


Allerdings will diese Position nicht allzuviel besagen, seit und solange es keinen Opel GT mehr gibt. Für das Modelljahr 1974 blieb der VW-Porsche 914 äußerlich unverändert. Der 1,7-Liter 80 PS Motor wird jedoch, entsprechend dem VW 412, durch einen 1,8-Liter 85 PS-Motor ersetzt.


Dessen ungeachtet wird wohl der 2 Liter Vierzylinder von den meisten Käufern bevorzugt werden, obwohl der Preisunterschied jetzt 1.000 DM beträgt.



VW-Porsche 914-1,8 VW-Porsche 914 2,0
4 Zyl. (Boxer), 1,8 Liter 85 PS
Heckmotor (vor Hinterachse) luftgekühlt
178 Km/h, 12 Liter/100 Km
Coupé 2 Sitze DM 13.990, 4 Zyl. (Boxer), 2 Liter 100 PS
Heckmotor (vor Hinterachse) luftgekühlt
190 Km/h, 13 Liter/100 Km
Coupé 2 Sitze DM 14.990,-

'auto-modelle'-Katalog 1975
Der 1969 erschienene Mittelmotor-Zweisitzer, von Porsche für VW entwickelt, wurde teurer als erwartet und fand als reiner Zweisitzer mit wenig Gepäckraum von vornherein nur ein begrenztes Publikum.; auch Stil und Fahreigenschaften blieben umstritten. Die Porsche Version mit dem 2-Liter-Sechszylinder wurde 1972 durch einen Vierzylinder gleichen Hubraums abgelöst und dabei wesentlich verbilligt, dieser 914-2,0 überwiegt seitdem auf dem deutschen Markt, während in den USA der 1,8-Liter (anfangs 1,7-Liter, vom VW 412) den Vorrang hat. Es ist ein offenes Geheimnis, daß 1975 das letzte Produktionsjahr für den 914 sein wird; Porsche hat für Audi/VW ein Coupe als Nachfolger entwickelt, man rechnet mit Audi-Motor vorn und Getriebe an der Hinter-achse. Eine kleine Gemeinde wird dem Zweisitzer mit Targadach allerdings nachtrauern.


VW-Porsche 914-1,8 VW-Porsche 914 2,0
4 Zyl. (Boxer), 1,8 Liter 85 PS
Heckmotor (vor Hinterachse) luftgekühlt
175 Km/h, 12 Liter/100 Km
Coupé 2 Sitze4 Zyl. (Boxer), 2 Liter 100 PS
Heckmotor (vor Hinterachse) luftgekühlt
190 Km/h, 13 Liter/100 Km
Coupé 2 Sitze

'auto-modelle'-Katalog 1976
Die Kooperationsfirma VW-Porsche wurde 1969 vom Volkswagenwerk und Porsche für den Vertrieb und die Betreuung des Gemeinschaftsmodells 914 gegründet. Baubeginn im gleichen Jahr mit 1,7 Liter Vierzylinder vom VW 411 und 2-Liter-Sechszylinder von Porsche (914/6). Der eine war zu unsportlich, der andere viel zu teuer, Design und Ei-genschaften des Typs blieben umstritten. 1972 wurde der 914/6 durch den 2-Liter-Vierzylinder 914/2,0 ersetzt. 1973 der 1,7 auf 1,8 vergrößert, Preisverhältnis normalisiert, doch Chancen eng begrenzt. Ein neuer Typ mit Audi-Motor vorn ist in Entwicklung.


Der VW-Porsche 914 ist ein langer Mittelmotor-Zweisitzer, Coupe mit abnehmbarem Dacheinsatz. Flache Gepäckräume in Bug und Heck, 1975 Stoßstangen (Kunststoffe-lemente) verbessert, Wagen- länge seitdem 4,1 statt 4 Meter. Fahreigenschaften so neutral, daß man sich daran gewöhnen muß.



VW-Porsche 914-1,8 VW-Porsche 914 2,0
4 Zyl. (Boxer), 1,8 Liter 85 PS
Heckmotor (vor Hinterachse) luftgekühlt
175 Km/h, 12 Liter/100 Km
Coupé 2 Sitze4 Zyl. (Boxer), 2 Liter 100 PS
Heckmotor (vor Hinterachse) luftgekühlt
190 Km/h, 13 Liter/100 Km
Coupé 2 Sitze